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Ankündigungen

Nach über zwanzig Jahren kommt Hans Peter Gansners Theaterstück Zarah L. wieder auf die Bühne. In Finnland, im Theatteri Jurkka.

Das Theaterstück Zarah L. erzählt vom Leben der schwedischen Sängerin. Allein und von allen verlassen feiert sie auf ihrem Alterssitz den Geburtstag. Sie erinnert sich an die Zeit als Diva und an die Nazigrössen, die vor ihr scharwenzelten. Das Stück ist eine feinfühlige Annäherung an die Frau und Künstlerin, aber auch eine dramatische Auseinandersetzung zum Thema Kunst und Faschismus.

Vorstellungen: 15. Februar 2023 bis 25. Februar 2023.

„Weckströms dunkle Stimme ist wie gemacht für Leanders Lieder.“  Ilkka                       

„Die grosse Schauspielerin wickelt das Publikum um ihren kleinen Finger – und wir sinken gerne in das Fangnetz der dramatischen Interpretation, starken Stimme und schweren künstlichen Wimpern.“                                                    Helsingin Sanomat

„Zarahs Rolle hätte vielleicht keine andere spielen können als sie (Weckström). Ihre Zarah begeistert das Publikum unwiderstehlich.“                                 Turun Sanomat

Übersetzung und Regie: Ilmari Saarelainen

(Premiere in Teatteri Avoimet Ovet 2001)

Auf der Bühne: Tiina Weckström (Zarah L.) und Janne Viitanen (Der Pianist)

Im Frühjahr 2023 erscheint die neue Aphorismensammlung

Zum Rauchtee
beim etwas heiseren, aber noch weiser
gewordenen
Tuius Wankelmuth

In der Edition Signathur, bei Verleger Bruno Oetterli. Mit Zeichnungen von Sonja Hübscher.

Zum ersten Band Weise Worte des Vorsitzenden Tuius Wankelmuth (siehe Essays), erschienen 2005 in der Edition Signathur, schrieb Fritz Reutemann, damals Vorsitzender des Verbands Deutscher Schriftsteller:
H.P. Gansner (…) ist hier ein kleines Kunstwerk gelungen, das nicht so glatt über die Bühne kommt. Einzelne „Weisheiten“ haben einen leicht spöttisch-ironischen Unterton, sind mit Widerhaken versehen, die einen schmunzeln machen und manchmal auch als Lacher im Halse stecken bleiben – der Humor versteckt sich im „Hintergrindigen“.


poesiemails

„Die Idiotie unserer Konsumgesellschaft erkennt man am besten daran“, dozierte Wankelmuth, „dass ein Strassenkehrer despektierlicher angesehen wird als die Idioten, die den Müll produzieren.“ Sagte es und warf seinen Zigarillostummel mit einer weitausholenden Protestgebärde in den Rinnstein.
(Aus: Weise Worte des Vorsitzenden Tuius Wankelmuth, Edition Signathur, Dozwil, 2005)

haarrisse öffnen sich knirschend
weiten sich zu furchen und gräben
buildings bersten und zerstäuben

in erdspalten menschenmassen suchen
vergeblich halt und stürzen hinterher
lächerliche autoansammlungen
schieben einander knirschend umher wie
auf einem galaktischen rummelplatz
und scheppern dann aufflackernd und stinkend
nach gummi, öl und benzin von felsstufe zu stufe
in glühend quirlende lavaströme hinab
herz! bitte kommen! flirrt es auf allen frequenzen
funkt über alle kanäle doch alle verbindungen
sind gekappt eine gigavoltladung zerbirst
in der spitze des höchsten turmalins letzte zitadelle
mit der helligkeit einer supernova und verschwindet
in der nacht des universums: das herz antwortet nicht mehr.
das herz ist nur noch ein versinkender kontinent
.
(Aus: das herz ist ein versinkender kontinent, songdog verlag bern und wien 2019)

glück und glas
wie leicht bricht das
leere flaschen ohne pfand
werden nicht mehr weggeschmissen
die amsel singt
so laut und klar dass
glas zerspringt sätze gibts
die stimmen nur
in der vergangenheit
und in der zukunft: es wird
einmal ein wunder geschehen ein
wunder geschah.
(Aus: zeit.gedichte, karin kramer verlag, berlin 1998)